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Über Baumwolle

Baumwolle im Laufe der Zeit
Baumwolle wurde in Zentralamerika erwiesenermaßen bereits im Jahre 5800 v. Chr. verarbeitet. In China und Indien nutzte man Baumwolle ab ca. 3000 v. Chr. Arabische Kaufleute begannen um das Jahr 800 n. Chr. damit, in Europa mit Baumwollprodukten zu handeln. Die Wikinger brachten die Baumwolle nach Schweden und in die restlichen Gebiete Skandinaviens. Erst im Laufe des 15. Jahrhunderts wurde Baumwolle in großen Mengen nach Süddeutschland geliefert und Augsburg machte sich bis ins 17. Jahrhundert hinein als unumstrittenes Zentrum der Massenproduktion von Baumwollstoffen einen Namen. Danach übernahmen die Flamen und Briten die führende Position in der Baumwollindustrie.

1733 erfand der Brite John Kay den „Fliegenden Schützen“, was das Gleichgewicht zwischen Webern und Spinnern aus der Balance brachte, da zehn Spinner nötig waren, um einen einzigen Weber mit ausreichend Garn zu versorgen. Die „Spinning Jenny“, eine 1764 von John Hargraves erfundene Spinnmaschine, konnte 8 Fäden gleichzeitig spinnen, was dieses Verhältnis wieder ins Gleichgewicht brachte. Richard Arkwright soll die Maschine verbessert haben, indem er sie mit Wasserkraft antreiben ließ und wird daher oft als der erste Industrialist der Geschichte bezeichnet.


Baumwolle braucht Sonnenlicht
Baumwollpflanzen brauchen es sehr viel Sonnenlicht, zwischen 175 und 225 frostfreie Tage und während ihrer Vegetationsperiode täglich literweise Wasser. Nach etwa neun Monaten ist die Pflanze so groß wie ein erwachsener Mensch. Die Blüten sind erst cremefarben, werden innerhalb einiger Tage pink und färben sich schlussendlich rot und fallen ab. Nach dem Abstoß der Blüte formt sich eine Samenkapsel. Diese Kapsel wächst auf die Größe eines Eies heran. Nach einem Monat erreichen die Baumwollfasern darin ihre volle Länge.

Wenn die Samenkapsel reif ist, öffnet sie sich, die Baumwollfasern schwellen an und trocknen. Um guten Ertrag und hohe Qualität sicherzustellen, muss die Ernte bei trockenem, sonnigem Wetter stattfinden. Dabei kann man zwei verschiedene Maschinen verwenden: Die eine Art von Pflückmaschine trennt die Kapseln von den Kletten der Pflanzenstämme ab, ohne die Pflanze dabei zu verletzen. Die andere Maschinenart trennt die komplette Klette ab und wird meist dann verwendet, wenn es für die schonendere Erntemethode zu windig ist oder auf Feldern, wo die Pflanzen aufgrund von chemischen Entlaubungsmitteln oder Kälte entlaubt stehen.

 

Baumwolle - Verarbeitung nach der Ernte
Die geernteten Baumwollkapseln werden für den Weitertransport zur Entkörnungsmaschine (Egreniermaschine) in feste Bündel geschnürt, von denen ein jedes 220 kg - 325 kg wiegt. Dort angekommen werden die Bündel gelöst, die Baumwolle zerpflückt und Samenrückstände und andere Fremdkörper entfernt – meterbreite, gereinigte Gewebeballen sind das Resultat. Die Fasern werden gerade gezogen, sodass sie so parallel wie möglich liegen und verlassen die Maschine in Form eines dünnen Gewebes. Dieses Material wird zu einer losen und relativ dicken Schnur, Kardenband genannt, zusammengepresst und zu einer Kardiermaschine weitergeleitet. Anfangs werden 6-8 Kardenbänder durch ein rotierende Rollensystem geleitet in dem sich die Rollen unterschiedlich schnell bewegen, sodass die Baumwollfasern gerade in die Länge gezogen werden.

Das Material zweier Kardiermaschinen wird daraufhin zusammengeschlagen und zur Weiterverarbeitung zu einer weiteren Kardiermaschine weitergeleitet. Dieses Doppeln kann in mehreren Schritten wiederholt werden, bis die Fasern schließlich gerade nebeneinander liegen. Je länger die Fasern, desto besser die Qualität. Um besonders gute Qualität durch einen hohen Bestandteil an langen Fasern zu erhalten wird die kardierte Baumwolle gekämmt, um kürzere Fasern auszusortieren.

Baumwollfasern können eine Länge von 0,32 cm bis 6,40 cm („Stapellänge“) erreichen. Fasern mit einem längeren Stapel sind in der Regel auch dünner.
Für die Herstellung der Stenströms Hemden und Blusen wird hauptsächlich ägyptische Baumwolle verwendet. Ägyptische Baumwolle ist als hochqualitativ bekannt und ihre Stapellänge variiert zwischen 3,8 cm und 4,4 cm. Baumwolle aus Westindien hat mit zwischen 3,5 cm und 6,4 cm die längsten Fasern und bekommt somit auch die höchsten Qualitätsnoten zugesprochen. Diese Unterart existiert allerdings nur in sehr geringe Mengen.

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